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Risikowahrnehmung

Affekt und Wahrnehmung von nichtionisierender Strahlung: Folgen für die Risikokommunikation

Hintergrund
In den letzten Jahren haben sich die Hinweise gemehrt, dass der Affekt, d.h. Gefühle und Stimmungen, einen wichtigen Einfluss darauf haben könnte, wie Risiken wahrgenommen werden. Die Theorie der Affekt Heuristik unterscheidet zwei Denk-Modi: Das analytische System, welches auf Wahrscheinlichkeiten, logischen Überlegungen und Beweisen beruht, und das Erfahrungssystem, das auf Bilder, Metaphern und Erzählungen baut. Es scheint einleuchtend, dass Laien eher das Erfahrungssystem als das analytische System gebrauchen, wenn sie eine Reihe von Risiken bewerten sollen. In den meisten Studien, die die Wahrnehmung von NIS-Risiken durch Laien untersuchen, wurde die Rolle des Affekts vernachlässigt. Neuere Studien lassen allerdings darauf schliessen, dass der Affekt bei der Entwicklung von Haltungen und Meinungen zu NIS womöglich eine wichtige Rolle spielt.

Ziel
Wenn Quellen von NIS, wie zum Beispiel Mobiltelefone oder andere Geräte, bei einer Person einen Affekt auslösen, so kann dieser mit dem impliziten Assoziationstests (IAT) gemessen werden. Dieses Instrument misst implizite Überzeugungen, indem es die Geschwindigkeit feststellt, mit der eine Versuchsperson eine Antwort gibt. Eine experimentelle Studie wird untersuchen, wie unterschiedliche Formen der Risikokommunikation den hervorgerufenen Affekt beeinflussen können. Schliesslich wird in einer Erhebung der Frage nachgegangen, welche Affekte in der Bevölkerung mit Mobilfunkantennen und Starkstromleitungen zusammenhängen.

Bedeutung
Dieses Projekt untersucht die Bedeutung des Affekts in der Prägung der Haltungen und Meinungen zu NIS. Strategien in der Risikokommunikation konzentrieren sich häufig auf die Information, die der Bevölkerung mitgeteilt werden soll. Vertrauen und andere affektbezogene Elemente werden oft vernachlässigt. Diese “weichen” Faktoren könnten jedoch für eine erfolgreiche Risikokommunikation entscheidend sein. Die Studie wird dazu beitragen, besser zu verstehen, welche Formen des Affekts durch unterschiedliche Technologien erzeugt werden, und wie Affekt die Wahrnehmung der damit verbundenen Risiken beeinflusst.

Projektdauer: 36 Monate
Budget: CHF 173’078.--

Prof. Dr. Michael Siegrist
Konsumentenverhalten
Institut für Umweltentscheidungen
ETH Zürich
Universitätsstrasse 22
CH-8092 Zürich
michael.siegrist@env.ethz.ch

Weitere Gesuchsteller:
Dr. Carmen Keller, Abteilung Sozialpsychologie, Psychologisches Institut, Universität Zürich
Prof. Dr. Heinz Gutscher, Abteilung Sozialpsychologie, Psychologisches Institut, Universität Zürich

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