Gentoxische Effekte von nichtionisierender Strahlung
Hintergrund Studien zur Genotoxizität haben gezeigt, dass sowohl hoch- wie auch niederfrequente elektromagnetische Felder (EMF) die Erbsubstanz DNS in menschlichen Zellen schädigen können. Obwohl die entsprechenden Studien wissenschaftlichen Anforderungen genügten, wurden sie unter Fachleuten kontrovers diskutiert. Für Experten, welche im Bereich der Erbgutschädigung und -reparatur arbeiten, ist es bisher schwierig nachzuvollziehen, weshalb elektromagnetische Felder die Erbsubstanz gefährden sollen. In der Folge hat die Weltgesundheitsorganisation WHO in der Forschungsagenda für nichtionisierende Strahlung die «Instabilität des Erbguts» als Forschungsinhalt von hoher Priorität eingestuft. Der Autor dieses Projekts, hat einige dieser Experimente wiederholt, um zu sehen, ob die Effekte auch in seinem Labor replizierbar sind. Dies war tatsächlich der Fall.
Ziel Das positive aber überraschende Ergebnis diente als Anlass, diesen Effekt im Detail zu untersuchen. Das Projekt hat zum Ziel:
die molekulare Natur der mutmasslichen DNS-Schädigungen durch 50Hz-EMF zu identifizieren, um die Ursache der beobachteten DNS-Strangbrüche zu klären.
die zelluläre Antwort in der Folge von 50Hz-EMF-Stress zu beschreiben, um die molekularen Schutzmechanismen gegen EMF zu identifizieren.
die biologischen Konsequenzen der Genotoxizität in der Folge von 50Hz-EMF-Bestrahlung abzuschätzen, um zu klären, ob die beobachteten DNS-Schädigungen harmlos sind oder zu dauerhaften genetischen Veränderungen führen.
Bedeutung Dieses Projekt gibt Klarheit darüber, ob und in welchem Ausmass niederfrequente EMF eine Instabilität des Erbguts in menschlichen Zellen auslösen können. Es wird einen Einblick gewähren in die molekularen Prozesse, die einer solchen Schädigung zugrunde liegen und aufzeigen, welche biologischen Konsequenzen damit verbunden sind. Dies wird auch die künftige Forschung über die biologischen Folgen von hochfrequenten EMF erleichtern. Das Projekt liefert eine solide wissenschaftliche Basis, um die Risiken von niederfrequenten EMF abzuschätzen und, in der Folge, um sinnvolle Richtlinien für die Gesundheit zu erarbeiten. Eine Kooperation mit dem Projekt von Albert Romann ist vorgesehen.
Projektdauer: 36 Monate
Budget: CHF 648’139.--
Prof. Dr. Primo Schär
Institut für Biochemie und Genetik
Departement für Klinisch-Biologische Wissenschaften
Universität Basel Mattenstrasse 28
CH-4058 Basel primo.schaer@unibas.ch